Teil 2: Digitale Transformation – Ein Überblick

Digitale Transformation - das Buzzword der heutigen Zeit. Aber verstehen wir den Megatrend eigentlich wirklich? Joel Eiglmeier, Sales Manager, gilt auch als einer der jungen Wilden bei SABIO. In einer Überblicksreihe erklärt er die Digitale Transformation aus seiner Sicht.

 

Teil 2: Die Unternehmen:

"Digitale Transformation hört nie wieder auf."

 

Welche Herausforderungen entstehen für Unternehmen aufgrund der Digitalen Transformation?

Die größte Herausforderung ist es heute für Unternehmen, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und den Überblick zu behalten, was sie brauchen und was eben auch nicht. Die Technik entwickelt sich heute so schnell und da vor allem die Softwarelösungen. Früher haben sich Unternehmen einen großen Server gekauft, haben ihn in den Keller gestellt und dann durfte die IT-Abteilung Software darauf installieren. Und die lief dann 15 Jahre. Unternehmen, die sich heute noch einen dicken Server hinstellen, um Software darauf zu spielen, haben in meinen Augen schon verloren. Software wird in die Cloud getragen und Cloudcomputing ist längst kein Phänomen mehr. Und ich glaube, da müssen wir Deutschen auch mal unsere großen Bedenken in Sachen Datenschutz ablegen. Software in der Cloud aktualisiert sich immer mit und sie skaliert vor allem auch gegen Unendlich. Das ist einfach die Zukunft. Und die
IT-Abteilung hat trotzdem noch genug zu tun, ihre Aufgaben ändern sich eben weg vom Applikationsbetrieb hin zur Applikationsadministration.

Welche Fehler passieren in deinen Augen heute noch zu häufig in Unternehmen, wenn es um die Digitale Transformation geht?

Ich bin damit aufgewachsen, mich immer und immer wieder an neue Technologien anpassen zu müssen. Für mich ist das völlig normal, aber für viele Unternehmen ist es das einfach nicht. Da stecken viele Leute an wichtigen Positionen in einem bestimmten Habitus drin und bewegen sich zu wenig. Ich habe das Gefühl, dass noch zu oft die Augen vor dieser digitalen Entwicklung verschlossen werden. Die Digitalität wird nicht verstanden und auch nicht gelebt und dadurch werden enorme Potenziale verschenkt. Ein gutes Beispiel ist Kodak. Kodak hat die digitale Fotografie erfunden, hatte aber Angst, dass sie ihr eigenes Geschäftsmodell zerstören. Die Technologie lag bei Kodak so lange im Safe, bis andere Konzerne sie rechts überholt hatten. Sowas darf nicht passieren. Leute müssen endlich Herr der Lage werden und aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken.

Wie gelingt die Überzeugungsarbeit, um den Kopf aus dem Sand zu ziehen?

Man muss die Chancen begreifen. Und letztendlich braucht es auch Kreativität, alteingesessene Prozesse mal ganz anders zu denken. Früher hattest du eine Straßenkarte in der Hand. Heute kannst du mit Google Street View genau sehen, wo du rauskommst. Die Digitalisierung ist doch am Ende nichts anderes, als Dinge radikal zu vereinfachen. Telefonieren geht einfacher: Skypen mit Bild statt Wählscheibe drehen und sich Nummern merken müssen. Whatsapp statt Briefe schreiben und Briefmarken kleben, dabei liebe ich Briefmarken… Was aber elementar ist, ist die Offenheit dafür, bestehende Prozesse mal wirklich neu denken zu wollen.

Ist die Digitale Transformation irgendwann abgeschlossen?

Nein, definitiv nicht. Der Begriff ist da auch sehr irreführend. Eine Raupe transformiert sich in einen Schmetterling und ist dann fertig. Digitale Transformation ist in meinen Augen kein linearer Prozess, sondern eher ein fortlaufender zirkulärer Prozess. Es entsteht etwas Neues und das wird dann fortlaufend weiter und weiter entwickelt. Ein gutes Beispiel ist Uber. Zuerst haben sie den Taximarkt digitalisiert. Nun schließen sie sich in den USA mit Deliveroo zusammen und gründen Uber X nun kriegst du dein Essen statt in 20 Minuten mit dem Fahrrad in fünf Minuten mit dem Auto geliefert. Die, die den Stein ins Rollen gebracht haben, sind dann selber auch die Schnellsten, neue Ladung nachzulegen. Digitale Transformation hört nicht mehr auf, sie ist vielmehr eine fortwährende Disruption all dessen, was wir gestern noch als letzten Stand der Technik betrachtet haben. Das klingt vielleicht etwas gruselig, aber wenn wir in die Vergangenheit zurückblicken, dann hat uns der größte Teil aller technischen Innovationen viel Gutes beschert.

Das Interview führte SABIO Feel-Us Managerin Julia Kottkamp.

 

In Teil 3 unserer Reihe "Digitale Transformation - Ein Überblick" geht es um "Das Service Center".  Weniger Telefonate, schnellere Bearbeitungszeiten, Kunden, die sich selber helfen wollen. Auch Kunden verändern ihre Ansprüche in der Digitalen Transformation. Teil 3 erscheint in vier Wochen.

Lesen Sie Teil 1 unserer Reihe hier: 
Teil 1: Der Einzelne


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Joel Eiglmeier
Joel ist Spezialist für integrierte Wissensmanagementlösungen bei SABIO. Er gehört seit 3 Jahren zum Team und weiß als Teil der Generation Y um die Wichtigkeit von Hashtags nicht nur zur #Selbstdarstellung, sondern auch für gelungenen #Kundenservice und freut sich darauf, Ihnen die Wissensmanagementlösung SABIO Knowledge im Omnichannel-Kundensupport vorstellen zu dürfen.